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Fotografieren im Winter / Fotografieren im Schnee

Was gibt es schneres als eine weisse Winterlandschaft. Es ist leider nicht mehr ganz so selbstverstndlich, dass es auch in tieferen Lagen jeden Winter schn viel Schnee gibt. Wenn es aber so richtig schneit und sich vielleicht sogar eine Schneedecke bildet, gibt es viele Grnde die Kamera nicht im Schrank zu lassen und dem weissen Gold nachzugehen. Der Winter ist fr mich eine besonders reizvolle Zeit, um tolle Fotos zu schiessen. berall warten spannende Motive und Situationen darauf, eingefangen zu werden. Wage dich sich also raus in die Klte. Meistens ist es dann gar nicht so kalt wie man denkt (meistens, manchmal kommt es auch anders).

Anbei versuche ich dir die wichtigsten Tipps mit auf den Weg zu geben, damit der Winter noch schner in deiner Erinnerung bleibt.

Fotografieren im Winter


Allgemeine Tipps zum Fotografieren im Winter:

Es liegt auf der Hand, doch unterschtzen dieses Thema sehr viele. Das wichtigste ist, das du dich gengend warm hltst. Daher sind warme Schuhe ein Muss. Je nachdem wie tief der Schnee liegt, muss ein anderes Schuhwerk gewhlt werden. Gegebenenfalls in Kombination mit Schneeschuhen. Wer einmal probiert hat im Tiefschnee mit normalen Schuhen ein paar hundert Meter zu gehen, wird das Problem kennen. Es kann unglaublich anstrengend sein.


Natrlich ist das andere grosse Thema die Hnde. Auch diese solltest du nicht vernachlssigen und warmhalten. Denn sind die Hnde einmal kalt, ist es sehr schwierig diese wieder warm zu kriegen. Weil es je nach Kameramodell schwierig bis unmglich werden kann, selbige mit Handschuhen zu bedienen, bieten sich spezielle, etwas dnnere Handschuhe sehr gut an. Ich verwende die Handschuhe von THE NORTH FACE Etip. bis ca. ? 1 Grad. Danach nehme auch ich etwas dickere Handschuhe mit und wechsle dann gegebenenfalls zum Fotografieren auf die dnnen. Der grosse Vorteil an diesen Handschuhen ist der, das sich auch das Smartphone oder das Touch Display der Kamera damit bedienen lsst -*THE NORTH FACE Etip bei Amazon Es gibt diesbezglich aber diverse Handschuhe welche sich eignen. Zum Beispiel die sogenannten Klapp-Fustling-Handschuhe oder die Fingerhandschuhe mit Zurck klappbaren Fingerenden. Hier muss wohl jeder fr sich das Beste finden: -*Fustling-Handschuhe oder die Fingerhandschuhe mit Zurck klappbaren Fingerenden bei Amazon  


Die Fsse und Hnde werden meist das erste Opfer der Klte. Wer schon im Winter morgens in der Klte gestanden ist und auf die richtige Aufnahmesituation gewartet hat, der wird diese Erfahrung bereits gemacht und gelernt haben. Wenn du frierst und dich unwohl fhlst, macht es einfach keinen Spass zu fotografieren, daher werden deine Fotos gezwungenermassen schlechter, oder du verpasst die schnste Zeit (morgens- oder abends) weil du zu frh heimgekehrt bist, um dich zu wrmen. Ich habe bei kalten Temperaturen auch immer etwas warmes zu trinken mit dabei. Das hilft ungemein.

Schlittenhunderennen Studen

Damit auch hier der Schnee schn weiss ist, habe ich mit einer Belichtungskorrektur von + 1.0 Fotogarfiert


Was kannst du deiner Kamera Gutes tun?

Die Kameras mgen keine grossen Temperatur-Unterschiede. Das dadurch auftretende Kondenswasser kann der Elektronik zusetzen und die Kamera-Linse beschlagen oder auch den Sensor stark beschmutzen -> hier geht?s zum Beitrag: Wie reinige ich den Sensor meiner Kamera.

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Die Klte allein ist aber definitiv kein Problem fr die Technik. Du solltest einfach darauf Achten, dass wenn du vom kalten ins warme kommst, die Kamera am besten im Rucksack lsst, bis diese akklimatisiert ist. Die Akku-Leistung nimmt bei Klte natrlich rapide ab. Trage deshalb die Kamera bei Nichtgebrauch mglichst nahe am Krper bzw. warm eingepackt, nehme zudem immer Ersatz-Akkus mit und trage diese am besten in einer Tasche in Krper nhe. Bei starkem Schneefall, mache ich es wie beim Regenwetter. Am besten einfach einen Plastiksack ber die Kamera montieren und mit der Streublende am Objekt befestigen. Das schtzt die Kamera sehr gut vor Wasser und sie lsst sich trotzdem noch gut bedienen.

So schtzt du deine Kamera


Die Schwierigkeit beim Fotografieren im Schnee ist folgende:

Die helle Schneeoberflche wird das eingehende Sonnenlicht reflektiert. Der grosse Weissanteil des Bildes verflscht die automatische Belichtungsmessung deiner Kamera und es entsteht ein zu dunkles, unterbelichtetes Bild. Der Schnee wirkt grau und fad, Licht und Sonne kommen nicht zur Geltung. Der Bildkontrast wirkt ebenfalls nicht besonders spannend.


Das linke bild ist ohne Belichtunskorrektur aufgenommen worden, das rechte mit einer Belichtungskorrektuer von + 1.0. Der Unterschied sollte hier deutlich zu sehen sein.

Wer im RAW Format fotografiert, kann dies meistens in der Nachbearbeitung korrigieren. Wer aber seine Bilder nicht nachbearbeiten will und ausschliesslich im JPEG Format fotografiert, fr den gibt es einige Wichtige Einstellungen zu beachten. Diese folgen nun:


Fotografieren mit dem automatischen Motivprogramm:

Fast alle Digitalkameras verfgen ber ein Motivprogramm fr Winterlandschaften und Schnee, sehr intelligente Modelle erkennen die Situation sogar selbst und aktivieren das richtige Programm. Dabei erhhen sie die Belichtung um 1 bis 2 Stufen, passen den Weissabgleich und je nach Lichtsituation gar den Dynamikumfang an. Falls du kein Motivprogramm fr den Winter hast, funktioniert es meistens auch mit dem Motivprogramm fr Strand. Beide Programme machen eigentlich dasselbe, sie hellen das Bild auf.


Fotografieren im Halbautomatischen Modus:

Wenn du in einem halbautomatischen Modus (P: Zeit und Blende automatisch, A: Zeit automatisch oder S: Blende automatisch) bist, kannst du die Belichtung mit der Belichtungskorrektur um +0,3 bis +0,7 (in Ausnahmefllen auch mehr) Stufen nach oben korrigieren, um den Schnee weiss zu erhalten. Achte jedoch darauf, dass deine Bilder nicht zu hell geraten. berbelichtete Fotos lassen sich nachtrglich schlechter optimieren als zu dunkel belichtete. Unser Ziel ist, die Struktur im Schnee nicht zu verlieren. Also Achte immer auf das Histogramm und/oder schalte die Blinkis (berbelichtung Warnung) fr die berbelichtungswarnung ein.


Einstellungen manuell vornehmen:

Ist die Kamera selbst berfordert, zum Beispiel bei starkem Gegenlicht oder Reflektionen im Schnee, nimmt man die Einstellungen am besten manuell vor:

Du hast jetzt bereits einiges ber die Problematik beim Fotografieren im Schnee gelernt. Was wrdest du nun an deiner Kamera einstellen und warum?

Richtig! Wir mssen schauen, dass wir die Belichtung erhhen knnen. Sprich wir wollen eine berbelichtung von +0,3 - +0,7 erreichen (je nach Gegebenheiten).

Und warum wollen wir das erreichen? Weil wir den Schnee nicht grau oder blau, sondern schn weiss und strahlend haben mchten.


Achtung: Achte auch hier auf das Histogramm (berbelichtung) Erstelle am besten ein paar Testaufnahmen


Folgende Mglichkeiten gibt es, die Belichtung anzupassen:


Weissabgleich & Belichtung nachbessern:

Wenn deine Kamera im RAW-Format speichern kann und gengend Speicherplatz vorhanden ist, mache davon Gebrauch. Die ?digitale Entwicklung? des Bildes ist zwar zeitaufwendiger, jedoch lassen sich so Fehler in den Aufnahmeeinstellungen besser beheben und auch die Bearbeitungsmglichkeiten sind bei Bildern im RAW-Format umfangreicher.

Am besten geht dies im digitalen Fotolabor (z. B. Adobe Camera Raw, Lightroom) auf der Basis eines RAW-Fotos. Wem diese Mittel und das Know-how nicht zur Verfgung stehen, dem kann schon Picasa von Google mit dessen einfachen Bildoptimierungs-Tools weiterhelfen ? auch bei Bildern im JPG-Format.


Manueller Kamera-Weissabgleich:

Winterbilder weisen oft einen Blaustich oder einen Grauschleier auf. Der Auslser sind hier die herrschenden Lichtverhltnisse. Bei blauem Himmel reflektiert die Schneeflche die Farbe Blau in die Kamera, bei grauem Winterwetter oder in schattigen Lagen erscheint der Schnee Grau. Wenn du den Schnee auf dem Foto weiss und nicht blau darstellen mchten, musst du mit dem manuellen Weissabgleich deiner Kamera (meist im Men "WB") arbeiten. Stelle also im Kameramen auf manuellen Weissabgleich und fixiere einen weissen Punkt in deiner Motivumgebung als "Referenzweiss". Die Prozedur ist je nach Kameramodell verschieden, aber sicher im Handbuch beschrieben. Der manuelle Weissabgleich passt dann die Kamera an die Farbtemperatur des Lichts am Aufnahmeort an. (Da ich immer im RAW Format fotografiere, ist dies kein grosses Thema fr mich.)