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Das Histogramm in der Landschaftsfotografie verstehen! 

Das Histogramm in der Landschaftsfotografie verstehen


Einleitung:

Histogramme knnen heutzutage in fast jeder modernen Bildbearbeitungssoftware gefunden werden. Ich vermute sogar, dass die meisten aktuellen Digitalkameras, einschliesslich einiger Kompaktkameras, auch Histogramme anzeigen knnen - einige sogar im live View Modus. 


Somit sind Histogramme in der Kamera und in den Bildbearbeitungsprogrammen berall prsent und es deutet einiges darauf hin, dass Histogramme sehr wichtig sind!


Trotzdem scheinen viele Fotografie Anfnger und teilweise auch fortgeschrittene nicht zu verstehen, was diese eigentlich zeigen. Daran ist nichts Falsches oder Beschmendes, da Histogramme auf den ersten Blick recht komplex erscheinen knnen. 


Um ehrlich zu sein, sind sie es nicht. In diesem Artikel werde ich versuchen dir das Lesen und Verstehen des Histogramms mglichst einfach und verstndlich beizubringen. Ich gehe hier wirklich nicht ins Detail, aber du erfhrst wie du das Histogramm in der Landschaftsfotografie anwenden kannst. Das Ziel ist, das du am Ende fhig bist das Histogramm zu lesen und selber zu entscheiden ob es fr dich wichtig ist. 


Ich persnlich fotografiere nur noch nach Histogramm, weil das angezeigte Bild auf der Kamera nicht immer ganz der Wahrheit an Bildinformationen entspricht. Das Histogramm einer Kamera ist das einzige zuverlssige Werkzeug, um eine Belichtung bereits in der Kamera bewerten zu knnen. 

Das Histogramm in der Landschaftsfotografie verstehen


???Das Histogramm verstehen


1) Grundlagen

Ein Histogramm ist eine grafische Darstellung der Tonwerte deines Bildes. Mit anderen Worten, es wird die Anzahl der Tne mit einer bestimmten Helligkeit im Foto angezeigt, die von Schwarz (0% Helligkeit) bis Weiss (100% Helligkeit) reicht. Wie in der Abbildung oben gezeigt, werden auf der linken Seite des Histogramms dunkle Tne angezeigt. Wenn diese sich nach rechts bewegen, werden die Tne heller. Der mittlere Teil des Histogramms stellt Mitteltne dar, die weder dunkel noch hell sind. Die vertikale Achse eines Histogramms zeigt die Anzahl der Tne dieser bestimmten Helligkeit an. Das Histogramm ist belichtungsabhngig, wird jedoch auch von der Ton kurve und anderen Einstellungen beeinflusst.


Kurz zusammengefasst und was du wirklich wissen musst: 

Links im Histogramm werden die dunklen Bildbereiche (Schatten) und rechts die hellen Bildbereiche (Lichter) angezeigt.


2) Das Ausbrennen (Shadow & Highlight Clipping)

Beschneiden von Schatten und Lichtern. Wenn ein bestimmter Teil des Histogramms die obere kante ?berhrt?, weist dies auf einen Detailverlust hin, der auch als Ausbrennen bezeichnet wird. My Image


Wenn das Diagramm die rechte obere Seite des Histogramms berhrt, tritt ein Hervorhebungsausschnitt (Bereiche, die vollstndig weiss sind und keine Details aufweisen) auf. (oberes Bild)


Die Schattenbeschneidung (Bereiche, die vollstndig schwarz sind und keine Details aufweisen) treten auf, wenn das Diagramm die linke obere Seite des Histogramms berhrt (unteres Bild). Beide Flle knnen hufig durch ndern der Belichtungseinstellungen behoben werden. Das Problem bei den zu dunkel belichteten oder den ausgebrannten Bereichen ist, dass diese auch in der RAW Format Bearbeitung z. B. in Lightroom nicht zurckgeholt werden knnen, weil einfach keine Informationen vorhanden sind.


Du musst jedoch bedenken, dass alles von der Szene abhngt. Wenn dein Bild beispielsweise einen Sonnenstern enthlt, ist es nur natrlich, dass dieser so hell ist - und zwar vollstndig weiss -, dass es zum Ausbrennen kommt.


Wenn du also beim Fotografieren sehen mchtest, ob dein Bild korrekt belichtet ist, aktiviere das Histogramm in deiner Kamera unbedingt! Jede Kamera ist da von den Einstellungen her etwas anders. Aber in der Bedienungsanleitung findest du sicherlich eine Beschreibung dazu.


Solltest du Ausreisser beim Licht oder Schattenbeschneidungen bemerken, ndere die Belichtung an deiner Kamera entsprechend: Um Schattendetails zu speichern, machst du die Bilder heller, indem du einen positiven Belichtungskorrekturwert (z. B. +0,3 oder +0,7) eingibst.


Um die Details in den Lichtern zu erhalten, machst du die Bilder dunkler, indem du einen negativen Belichtungskorrekturwert whlst (z. B. -0,3 oder -0,7). Die Belichtungskorrektur wird normalerweise mit der Taste ?+/-? an deiner Kamera eingestellt. Wenn du lieber mit manuellen Einstellungen aufnehmen mchtest, nderst du einfach ISO, Blende oder Verschlusszeit entsprechend. In diesem Artikel wirst du darber noch mehr erfahren.


Beachte nach jeder nderung das Histogramm erneut! Weiter musst du wissen, dass dein Bild auf der Kamera ggf. nicht optimal aussieht, aber in der Nachbearbeitung wirst du den Unterschied deutlich merken. Das Bild welches Dir im Kameradisplay angezeigt wird, ist immer ein bereits umgewandeltes JPG. Daher wenn du nur leichte ausbrennende Punkte hast, sind diese in der RAW Datei meistens noch gut erhalten. Dies hngt von der jeweiligen Kamera ab.


3) Farben Kanle

Histogramme zeigen blicherweise Informationen fr die drei Primrfarben Rot, Grn & Blau und werden als RGB-Histogramme bezeichnet. Dies ist das oben gezeigte Histogramm. Die drei Diagramme reprsentieren dementsprechend rote, grne und blaue Farbkanle. Das graue Diagramm zeigt an, wo sich alle drei Kanle berlappen. An den Stellen, an denen sich zwei Kanle berlappen, erscheinen Gelb, Cyan und Magenta.


4) Histogramm und Belichtung

Einige sind es gewohnt, Histogramme als grafische Darstellungen der Belichtung zu sehen. Nicht wenige Fotografen sind es daher gewohnt, die Belichtung allein anhand von Histogrammen zu beurteilen und als ?gut? oder ?schlecht? zu bezeichnen. 

Normalerweise rendert ein "gutes" Histogramm die meisten Tne im mittleren Bereich des Diagramms, und das Histogramm geht auf beiden Seiten bis an den ussersten Rand des Diagramms. Das heisst es sind alle Informationen vollstndig erhalten. 

Das Histogramm in der Landschaftsfotografie verstehen

Ein "schlechtes" Histogramm zeigt Lcken an den ussersten Rndern des Diagramms auf, was im Grunde genommen entweder eine Unterbelichtung, das heisste verlorener Schattendetails (Schattenbeschneidung) oder eine berbelichtung bzw. verlorener Hervorhebungsdetails (Ausbrennen) oder sogar beides in einem Bild sein kann. 


In folgendem Beispiel, sind fast keine Details in den Schatten mehr vorhanden. Die Linke Seite ist gnzlich leer und geht nicht bis an den Rand! Aber auch in den Licher haben wir hier Detials durch das Ausbrennen verloren (rechts im Bild) 

Das Histogramm in der Landschaftsfotografie verstehen

Hier ist genau das Gegenteil eingetroffen, die Lichter enthalten nur noch ganz wenige Informationen. Die schwarzen Bereiche sind total dunkel und enthalten keine Details mehr. Hier kann auch in der Nachbearbeitung nichts mehr gerettet werden, wie im oberen Beispiel auch!

Das Histogramm in der Landschaftsfotografie verstehen

Schauen wir uns die folgenden Bilder an um zu sehen, ob eine solche Theorie richtig ist:

Die Bilder sind eine Belichtungsreihe von 3 Bildern und einer Korrektur von +/- 0.7. Hier hatte ich eine Belichtungsreihe erstellt um notwalls ein HDR zu erstellen. Die gegebenheiten waren relativ schwierig, weil der Vordergrund doch schon sehr dunkel war und der Himmer sehr helle Stellen aufwies.

4.1) Unterbelichtung

Das erste Bild zeigt ein unterbelichtetes Foto (zu dunkel).  Wie du siehst, fehlen im Histogramm die hellen Details (rechts).  Das Histogramm zeigt deutlich eine starke Verschiebung nach links, wobei die meisten Tne im Schattenbereich liegen und einige sogar unterbelichtet sind (vollstndig schwarz) hier wren keine Details mehr vorhanden.


Histogram ? Unterbelichtet (Underexposure)

Das Histogramm in der Landschaftsfotografie verstehen 4.2) berbelichtung

Das folgende Bild ist deutlich berbelichtet (zu hell). Viele Tne sind sehr hell und es gibt grundstzlich nicht viele dunklere Tne mehr (Links). Ein grosser Teil des Bildes ist ausgebrannt (vollstndig weiss) und weist berhaupt keine Details mehr auf. Wie du siehst, besttigt das Histogramm, dass das Bild viel zu hell ist - es ist stark nach rechts verschoben und der Himmel erhlt keine Details mehr.

Histogram ? berbelichtet (Overexposure)

Das Histogramm in der Landschaftsfotografie verstehen

4.3) Korrekte Belichtung

Analysieren wir das Histogramm dieses letzten Bildes. Wie du siehst, gibt es am linken Rand des Histogramms keine Details die ausreissen, was bedeutet dass im Schatten alle Details vorhanden sind. Dasselbe Bild sehen wir auf der rechten Seite bei den Lichtern, alle Informationen sind vorhanden. Das Histogramm geht rechts bis zum Rand, schlgt aber nicht oben heraus.

Dann sehen wir im linken Teil eine erhhung - dieser Teil des Histogramms zeigt die Tne der dunklen Berreiche im Vordergrund, aber auch die dunklen Wolken. Es ist ausreichend dunkel und dennoch detailreich, keine Informationen sind verloren.


Histogram - Korrekte Belichtung (Correct Exposure)

Das Histogramm in der Landschaftsfotografie verstehen 6) Schlusswort

Einige Fotografen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, nach jeder Aufnahme auf das Histogramm auf der Rckseite des LCD-Bildschirms ihrer Kamera zu blicken - hauptschlich, um zu berprfen, ob an den uersten Rndern Farbtne vorhanden sind, die auf Detailverlust in dunklen oder hellen Bereichen hinweisen. Ich persnlich verwende das Histrogramm gerade in der Landschaftsfotografie immer. Es ist zu einem absoluten Muss fr mich geworden. 

Wichtig fr Fotografieren im Studio sieht das ganz wieder total anders aus. Diese Beschreibung ist wirklich hauptschlich fr Landschaften gedacht!


Es macht dich nicht professioneller, wenn du das Histogramm verwendest, aber in fast allen Fllen kann es von unschtzbarem Wert sein. 


Hoffentlich hat dir dieser Artikel geholfen zu verstehen, welche Histogramme angezeigt werden und wie du diese lesen kannst. 


Gerade wenn du Landschaften fotografierst, solltest du es unbedingt einmal probieren. Wenn du der Meinung bist, dass es ein unntiger Schritt fr dich ist, ist auch daran nichts auszusetzen. Ich bezweifle dies jedoch stark!